Fjord Pferd
Bei Unterschieden zwischen dem hier lesbaren und dem ausdruckbaren Standard (PDF) ist immer der ausdruckbare Text gültig.
Erste Pferde sind schon früh nach der Eiszeit nach Norwegen gekommen. Grabfunde aus der Wikingerzeit deuten auf die Züchtung der Vorfahren des Fjordpferdes vor mehr als 2000 Jahren hin. Das urtümliche Robustpferd hat viele Merkmale des Wildpferdes bewahrt: Die Farbe, die kräftige Mähne, und die Wildfarbzeichnung. Es wurde von den Bauern der norwegischen Westküste über Jahrhunderte als vielseitiges Gebrauchspferd in der Landwirtschaft und für Transporte in schwierigem Gelände gezüchtet. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die staatlich organisierte Zucht. Seit 1907 spricht man von Reinzucht. Das erste Stammbuch erschien 1910 mit 308 Hengsten, geboren zwischen 1857 und 1904. Die Gesamterscheinung soll kräftig, robust, gut proportioniert und athletisch sein. Hengst und Stute sollen ausgeprägte Geschlechtsmerkmale zeigen.
Eintragungs-Berechtigung: Reinzucht
Herkunft: Norwegen
Grösse: Keine Begrenzung (Ø 140 – 145 cm Stockmass)
Farbe: Fünf zulässige Farben: Braunfalb (wildfarbig braun); Hellfalb
(Weissfalb) (wildfarbig braun mit Verdünnungsfaktor); Graufalb
(wildfarbig Schwarz); Rotfalb (wildfarbig Fuchs); Gelbfalb (wildfarbig
Fuchs mit Verdünnungsfaktor). Wildfarbzeichnung: Aalstrich, dunkler
Mittelstreifen in Schopf, Mähne und Schweif, Schulterstreifen,
Zebrastreifen an den Beinen, dunkle Flecken auf der Wange oder über
den Augen. Nur bei Stuten wird ein Stern akzeptiert, (in der Schweiz
unerwünscht). Andere sichtbare Abzeichen sind unzulässig. Rotfalbe
dürfen helle oder gestreifte Hufe haben.
Kopf: Gut proportioniert, klein und „trocken“ mit breiter und flacher Stirn.
Abstand zwischen Augen und Maul kurz, das Profil gerade oder
vorzugsweise leicht konkav. Augen gross, dunkel, klar und von
freundlichem Ausdruck. Nüstern verhältnismässig breit, Maulpartie soll
‚quadratisch‘ (viereckig) wirken. Ganaschen gut ausgeprägt mit
genügend Platz zwischen den Unterkieferästen. Ohren weit
auseinander stehend, relativ klein, breit angesetzt, mit deutlicher Spitze
nach oben. Der Schopf bedeckt von der Hälfte bis zu zwei Dritteln des
Gesichts. Das Pferd sollte mit bogenförmig geschnittener Mähne
vorgestellt werden.
Hals: Hoch aufgesetzt, kräftig, mittellang, mit gewölbter Oberlinie. Genügend
Länge und Leichtigkeit des Genicks. Langer, dünner Hals ist untypisch.
Körper: Schräg gelagerte Schulter, Widerrist oft nicht besonders ausgeprägt
soll jedoch mit Schulter- und Rückenmuskulatur genügend gute
Sattellage bilden. Vorhand sollte gleiche Länge wie Rücken und
Hinterhand haben. Brustkorb mit guter Wölbung, jedoch nicht rund.
Rücken, Lendenbereich und Kruppe glatt ineinander übergehend,
kräftig und gut bemuskelt. Lenden beweglich, nicht zu lang. Kruppe
lang, breit, gut bemuskelt und schräg. Schweif weder besonders hoch
noch tief angesetzt. Oberschenkelmuskulatur lang, Oberschenkel von
hinten gesehen so breit wie Becken gestellt.
Fundament: Kräftiges, korrektes, dem Typ entsprechendes Fundament mit starken
Knochen, gut sichtbaren, trockenen Sehnen und gut entwickelten
Karpal-, Sprung- und Fesselgelenken; gut abgewinkeltes Sprunggelenk
mit von der Seite gesehen deutlich markiertem Sprunggelenkshöcker.
Kurze, breite Röhren; gut geformter, harter Huf; schräge und
bewegliche Fesseln, etwas länger als ein normaler Huf hoch ist.
Bewegung: Muss dem Körperbau entsprechend Elastizität und Schub bieten, soll
kraftvoll, raumgreifend und taktrein sein. Das Fjordpferd soll sich in
allen drei Gangarten locker bewegen. Der Trab soll energisch sein,
übertriebene Aktion gilt nicht als rassetypisch
Verwendung: Als zuverlässiges, vielseitig einsetzbares Familien-, Therapie- und Freizeitpferd zum Reiten und Fahren für Jugendliche und Erwachsene
gut geeignet.
Besonderes: Robust, ausdauernd, leichtfuttrig, langlebig und fruchtbar. Gekürzt aus:
„Das offizielle Handbuch für Fjordpferderichter“.
Erhältlich über www.fjordhorseint.no
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Zuchtbuchführung.