Knabstrupper Pferd
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Kurzer geschichtlicher Überblick über die Entwicklung des „Dänischen Knabstruppers“
Bereits 1671 gab es in Dänemark ein sehr berühmtes spanisches Gestüt, das “Die Tigerpferde” hiess und im Jahr 1750 seinen qualitativen Höhepunkt erreicht hatte. Danach setzte der Niedergang der königlichen Zucht mit dem möglicherweise durch das Schimmelgen verursachten Verschwinden der Farbe ein.
1812 kam die Farbe zurück, allerdings nicht aus der alten königlichen Zucht, sondern es wurde eine neue Linie gegründet. Der Besitzer des Landgutes “Knabstrupgaard” erwarb von einem Schlachter eine Stute, die nach diesem die “Flaebe”-Stute genannt wurde. Dieser hatte sie von einem spanischen Offizier erworben, der während der Napoleonischen Kriege in Dänemark stationiert war. Wahrscheinlich kam die Stute aus spanischer Zucht, hatte aber sehr viel vom Englischen Huntertyp.
Sie vereinigte Schönheit mit Qualität und einer bemerkenswert ungewöhnlichen Farbe. Sie war ein dunkler Fuchs mit weissem Behang, mit intensiver Schneeflocken-Tigerung am ganzen Körper und braunen Flecken auf der Decke.
Es ist viel über ihre Herkunft gerätselt worden, eine wahrscheinliche Theorie ist, dass sie aus Mecklenburg (-er Zucht) stammte, wo die Spanier stationiert waren, bevor sie nach Dänemark kamen.
Beim Kauf von Zuchtpferden wurde grosser Wert auf Ausdauer bei harter Arbeit und gutes Temperament gelegt. Ab Mai 1812 stand die “Flaebe”-Stute als leichtes Arbeitspferd auf „Knabstrupgaard“ in der Zucht, sie wurde die Stamm-Mutter des “Knabstrupper”-Pferdes. Das Fohlen aus der Bedeckung mit einem “gelben” „Fredriksborger“ erhielt den Namen “Flaebehengst”. Er war die Grundlage für die neue getigerte Zucht. Der “Flaebehengst” hatte ebenfalls eine sehr ungewöhnliche Farbe: Er war deutlich heller als seine Mutter, es wurde oft erwähnt, dass er mehr als 20 verschiedene Farben hatte, dazu kam ein spezieller metallischer Glanz.
Ein anderer Sohn der “Flaebestute” aus seinem Halbbruder “Flaebehengst” war “Mikkel” (1*)), geb. 1818. Er wurde durch seine Rennresultate berühmt. Diese Rennen hatten ein grosses Publikum und brachten den “Kabstruppern” den Ruf eines kraftvollen und ausdauernden Arbeitpferdes.
Knapstrupper waren bekannt für Mut und energische Aktion ohne Launenhaftigkeit. Aufgrund ihrer Robustheit wurden sie meist auf der Weide gehalten und wurden und werden noch heute sehr alt.
Während des Krieges 1848 – 1850 wurden sie oft von dänischen Offizieren als Reitpferd benutzt. In der Schlacht von Isted verschwand ein Mikkel (1) -Sohn, nachdem sein Reiter gefallen war. Trotz intensiver Suche nach dem wertvollen Tier, blieb es unauffindbar.
Was die Armeeführung nicht ahnte, war, dass dieser Mikkel (1*)) - Sohn von einigen Bauern um Skovby eingefangen, versteckt und als Deck-Hengst gebraucht wurde. Unter dem neuen Namen “Schnapegral-peerd” blieben diese Pferde von der damals aktuellen Knabstrupperzucht getrennt und waren bei den Bauern der Gegend sehr begehrt. Der grosse Vorteil der Nachkommenschaft des Hengstes waren ihre gute Aufrichtung, ihre besondere Farbe und ihre schöne Gesamterscheinung. Noch 1910 gab es in der Gegend einen direkten Nachkommen des versteckten Hengstes.
Während der 1870-er Jahre begann in den Knabstrupper Ställen der unvermeidliche Niedergang. Durch Inzucht verschwanden Farbe und Qualität und ein zusätzlicher Verlust von Tieren bei einem Brand war der Grund, dass die Zucht kleiner und kleiner und immer weniger wichtig wurde.
Auch wenn die Pferde des Knabstrupper-Gestüts ihren Untergang erlebten, behielten sie grossen Einfluss auf die Zucht im ganzen Land. Züchter begannen Kreuzungszucht mit Pferden mit Knabstrupper-Abstammung und es entwickelte sich eine neue getigerte Rasse in der Gegend von Holbaek, auf Bornholm und nördlichen Teilen von Jütland. Bis heute unter dem Namen Knabstrupper, erfreuen sich diese Pferde nach wie vor grosser Beliebtheit.
Etwa ab 1930 gab es in der Region Vendsyssel (Nord Jütland) eine grössere Anzahl von getigerten Pferden mit einigen Spielarten in der Farbverteilung. Diese Pferde hatten keine Verbindung zur Zucht auf Seeland.
1902 war ein getigerter Hengst von St.Petersburg nach Dänemark importiert worden. Er erhielt den Namen „Mikkel“ (2*)) und deckte bei A.F. Rasmussen bis ins 25. Lebensjahr. In einigen Jahren hatte er 60 – 80 Nachkommen, von denen etwa die Hälfte mehr oder weniger getigert war. Ein „Mikkel“(2*)) -Sohn mit korrekter Tigerung wurde an einen Molkereibesitzer verkauft und wurde wahrscheinlich der Stammvater für eine neue Generation von „Knabstrupper“-Pferden um 1930.
“Knabstrupgaard” war nach dem Brand aber nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. 1922 wurde auf der Viehschau in Holbaek ein Hengst von “Knabstrupgaard” gezeigt. Er wurde zwar wegen nicht akzeptabler Farbe zurück gewiesen, aber einige Bauern deckten mit ihm und er erwies sich als wertvoll für die Zucht. Auch er hiess „Mikkel“ (3*)).
1947 wurde der „Verein zur Förderung des Knabstruppers im Bezirk Holbaek“ gegründet.
1946 wurde auf dem Gut „Egemosegaard“ ein Knabstrupper-Gestüt gegründet, um mit gezielter Zucht die einstmals so berühmten Pferde weitrer zu entwickeln. 1946 und 1948 wurden die Hengste , “Silverking II” & “Max Bodilsker” gekauft. 1954 erreichte das Gestüt seinen Höhepunkt mit 15 Pferden in den Ställen und war landesweit berühmt, bis es 1959 geschlossen wurde.
Den „Verein zur Förderung des Knabstruppers im Bezirk Holbaek“ gab es zwar immer noch, aber als 1962 der „Verein der Dänischen Spotpferdezucht“ gegründet wurde, dem viele Knabstrupper-Züchter beitraten, drohten alle Bemühungen im Chaos zu versinken.
1971 kam der Durchbruch und einige Knabstrupper-Züchter gründeten die landesweit aktive „Knabstrupperforeningen for Danmark“. Nahezu alles, was getigert war, wurde anfänglich registriert und 3 Appaloosa-Hengste wurden zur Blutauffrischung nach Dänemark geholt, von denen 2 für die Knabstrupperzucht wesentlich wurden. Dennoch bevorzugten viele Seeländische Züchter „Dänisches Warmblut“ zur Einkreuzung. Die besten Ergebnisse brachte die Einkreuzung von Trakehnern oder Holsteinern.
„Knabstrupperforeningen for Danmark“ hat seit diesen Anfängen Standard und Zuchtregeln für die verschiedenen Pferde- und auch Pony-Typen ausgearbeitet.
Quelle: Homepage „Knabstrupperforeningen for Danmark“ – Some History about the Knabstrupper Horse, aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst.
*) Zur besseren Übersicht Nummerierung der verschiedenen Hengste mit dem Namen „Mikkel“ durch Übersetzer
Knabstrupper Typ Classic
Typ: Das ideale „Klassische Knabstrupperpferd“ ist elegant,
harmonisch und gut bemuskelt. Vorhand, Rücken und
Hinterhand sind gleich lang, Körperlänge und Höhe sollten
gleich sein. Ein muskulöses Gebäude mit guter Tiefe und
Breite ist erwünscht.
Grösse: Die ideale Schulterhöhe liegt zwischen 148 und 165 cm.
Farbe: Das offensichtlichste Merkmal des Kanbstruppers ist seine
Farbe, von der es zahlreiche Spielarten gibt. Daher hat die
Farbverteilung keinen Einfluss auf die Bewertung und
Einteilung eines einzelnen Tieres.
- Die kleinstmögliche zulässige Färbung sind fleischfarbene Flecken an den natürlichen Öffnungen.
- Einfarbige Hengste, die nur fleischfarbene Flecken an natürlichen Öffnungen haben, sind nicht klassifizierbar (können mit Körprotokoll bewertet werden, bleiben aber K2).
- Einfarbige Hengste mit mindestens 6/8 Knabstrupper-Blut
in der 3. Generation können klassifiziert werden. Hengste
dieser Kategorie müssen mit Stuten mit Tigerscheckung
gepaart werden. - Hengste mit dem Schimmel-Gen sind nicht zur Zucht zugelassen.
- Hengste mit blauen Augen oder „Rattenschwanz“ können nicht zur Zucht zugelassen werden.
- gescheckte Pferde können nicht klassifiziert werden. SVPK-Standard 2009 21
- Einfarbige Stuten, deren Eltern ( 1 Elternteil oder beide) gekörte Knabstrupper sind, können gekört (klassifiziert) werden.
- Solche Stuten müssen mit Hengsten mit korrekter Knabstrupper-Färbung gepaart werden.
Kopf, Genick und Hals: Der Kopf muss ausdrucksvoll sein. Die Augen sollten gross und weit auseinander liegend sein. Die Ohren sollten nicht
überproportional lang sein. der Nasenrücken darf betont sein.
Die Ganaschen sollten breit und gut ausgebildet sein.
Länge und Form des Genicks sollte gute Biegsamkeit und
Ganaschenfreiheit erlauben.
Der Hals sollte lang und hoch aufgesetzt sein mit muskulöser
Wölbung. Übermässiger Unterhals ist unerwünscht.
Schulter und Widerrist: Die Schulter sollte lang, schräg und muskulös sein mit langem Oberarmknochen und guter Bewegungsfreiheit. Der Widerrist
sollte lang und gut bemuskelt sein. Der Widerrist kann durch
einen hoch aufgesetzten Hals mit muskulöser Wölbung kurz
erscheinen, was nicht als Fehler angesehen werden muss.
Körper: Die Oberlinie soll muskulös, beweglich und sanft
geschwungen sein. Der Rücken soll mittellang bis kurz,
muskulös und stark sein. Die Lenden sollen kompakt und
beweglich mit gut entwickelter Muskulatur sein. Die Kruppe
sollte muskulös und schräg sein. Der Schweif sollte nicht zu
hoch gesetzt sein.
Fundament:Das Fundament sollte trocken und korrekt gestellt sein mit
guter Winkelung in Sprunggelenk und Fesseln. Der
Oberschenkelknochen sollte lang und schräg sein. Die
Fesseln sollen lang und elastisch sein. Der Huf soll hart und
gut geformt sein und in der Grösse zum Pferd passen.
Bewegungen: Die Bewegungen sollen energisch und rhythmisch sein mit
guter natürlicher Balance. Gute Hebung von Vor- und
Hinterhand ist erwünscht, so dass sowohl vorne als auch
hinten eine leichte Knieaktion zu sehen ist. Der Schritt soll
locker und lang sein. Der Trab soll energisch und rhythmisch
sein mit gutem Untertritt und Bewegung in allen Gelenken.
Der Galopp soll ruhig, gut balanciert und mit guter Aufrichtung
sein. (good lift in the strike).
Temperament: Das Pferd soll ruhig, aufmerksam, intelligent und kooperativ
sein.
Übersetzt aus der Englischen Übersetzung des dänischen Originaltextes. Gültig sind die offiziellen Regeln von Knabstrupperforeningen for Danmark KNN, letzte Revision März 2008.
Knabstrupper Sportreitpferd
Typ: Das Knabstrupper Sportpferd ist grossrahmig und wohl
proportioniert mit guter Tiefe und Breite.
Grösse: über 148 cm, nach oben offen
Farbe: Das offensichtlichste Merkmal des Kanbstruppers ist seine
Farbe, von der es zahlreiche Spielarten gibt. Daher hat die
Farbverteilung keinen Einfluss auf die Bewertung und
Einteilung eines einzelnen Tieres.
- Die kleinstmögliche zulässige Färbung sind fleischfarbene Flecken an den natürlichen Öffnungen.
- Einfarbige Hengste, die nur fleischfarbene Flecken an natürlichen Öffnungen haben, sind nicht klassifizierbar (können mit Körprotokoll bewertet werden, bleiben aber K2).
- Einfarbige Hengste mit mindestens 6/8 Knabstrupper-Blut
in der 3. Generation können klassifiziert werden. Hengste
dieser Kategoriemüssen mit Stuten mit Tigerscheckung
gepaart werden. - Hengste mit dem Schimmel-Gen sind nicht zur Zucht zugelassen.
- Hengste mit blauen Augen oder „Rattenschwanz“ können nicht zur Zucht zugelassen werden.
- gescheckte Pferde können nicht klassifiziert werden.
- Einfarbige Stuten, deren Eltern (ein Elternteil oder beide) gekörte Knabstrupper sind, können gekört (klassifiziert) werden.
- Solche Stuten müssen mit Hengsten mit korrekter Knabstrupper-Färbung gepaart werden.
Kopf und Hals: Das Knabstrupper Sportpferd hat einen edlen und ausdrucksvollen Kopf mit grossen, freundlichen Augen und
guter Ganaschenfreiheit.
Der Kopf ist durch ein langes, biegsames Genick mit einem
gut proportionierten und aufgesetzten Hals verbunden.
Schulter und Widerrist: Das Knabstrupper Sportpferd hat eine lange Schulter mit guter Bewegungsfreiheit und einen gut gezeichneten
Widerrist.
Körper: Der gut gezeichnete Widerrist geht in einen starken Rücken
und kurze, muskulöse Lenden über. Die Kruppe ist lang,
schräg und muskulös mit einem harmonisch aufgesetzten und
gut getragenen Schweif.
Fundament: Das Knabstrupper Sportpferd hat ein starkes, trockenes,
korrekt gestelltes Fundament von dem Körperbau
angemessener Substanz.
Sprunggelenke und Fesseln gut ausgebildet mit korrekter
Winkelung. Starke Knochen mit sanftem Übergang in die
Röhre.
Das Röhrbein soll kurz und flach sein, die Fessel
angemessen lang und beweglich (engl. sprung).
Muskulöser Unterarm, starke und lang gezogene Hinterhand-
Muskulatur. Gut geformter Huf mit guter Hornqualität.
Bewegungen: Leichtfüssig mit Schub nach vorne. Rhythmisch und elastisch
mit gut untergesetzter Hinterhand.
Temperament: Das Knabstrupper Sportpferd soll auf freundliche und
kooperative Art und Weise lebhaft sein.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Zuchtbuchführerin.