Welsh Cob (Sektion D)

Bei Unterschieden zwischen dem hier lesbaren und dem ausdruckbaren Standard (PDF) ist immer der ausdruckbare Text gültig.

Welsh Cob (Sektion D)

Der genaue Ursprung des Welsh Cobs verliert sich im Nebel der Zeiten. Die Rasse kann jedoch seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesen werden. Tudur Aled, der berühmte walisische Dichter des frühen 16. Jahrhunderts, beschreibt einen Welsh Cob, der ziemlich genau dem heutigen Standard entspricht. Er beschreibt des weiteren die Fähigkeit des Welsh Cobs Gewicht zu tragen, zu galoppieren, zu springen und zu schwimmen. Vor der Motorisierung der Landwirtschaft war der Welsh Cob im ländlichen Wales unentbehrlich. Er diente als Arbeitspferd auf der Farm, brachte den Bauern und seine Frau zum Markt und sonntags zur Kirche, um hinterher an Trabrennen teilzunehmen. Berühmt für seinen Mut, seine Schnelligkeit und Robustheit war der Welsh Cob der wertvollste Besitz der Bauern. Es gab zwei Hauptzuchtgebiete für Welsh Cobs: Cardiganshire und Pembrokeshire brachten den grösseren Cob hervor, was auf den Einfluss des Pembrokeshire Packhorse zurückzuführen ist. Die Cobs aus Breconshire und Radnorshire waren kleiner und hatten mehr Ponycharakter. Diesem Unterschied wurde im ersten Band des 1902 erschienenen Welsh Pony and Cob Society Studbook Rechnung getragen. Es wurden zwei Sektionen für Welsh Cobs eingerichtet: Die Sektion D war und ist für den Welsh Cob bestimmt und die Sektion C für den heute als Welsh Pony im Cob-Typ bekannten kleineren Welsh Cob. Die Einführung in den Band I des Zuchtbuches hält fest: "Der einzige Unterschied zwischen den Eintragungen in diese beiden Sektionen des Zuchtbuches besteht in der Grösse und der im Verhältnis dazu stehenden Kraft und Ausdauer des grösseren, in der Sektion D eingetragenen Welsh Cobs." Während den beiden Weltkriegen wurden viele Welsh Cobs von der britischen Regierung als Packpferde und Remonten gekauft, viele der besten Zuchtstuten gingen so der Zucht verloren. In der Zwischenkriegszeit wurden Cobs mit Vollblütern gekreuzt, was ausgezeichnete Jagdpferde ergab. Auch in der heutigen Zeit bewahrt der echte Welsh Cob die Aktivität, die Schnelligkeit und die Intelligenz seiner Vorfahren. Als natürlicher Springer mit ausgeglichenem Temperament ist er das ideale Familienpferd, stark genug einen Mann zu tragen, und sanft genug, von einem Mädchen geführt zu werden. In hügeligem und rauhem Gelände machen ihn seine einmaligen Qualitäten und sein natürlicher Instinkt zum idealen Jagdpferd. Mutig und doch sanft ist er das ideale Reit- und Fahrpferd.

Eintragungs-Berechtigung: Reinzucht
(C x D = D / D x D = D)
Herkunft: Wales (Grossbritannien)
Grösse: Ab 137cm Stockmass (13.2 hh);keine Begrenzung nach oben
Farbe: Alle Farben ausser Schecken
Kopf: Edel, ausdrucksvoll mit Ponycharakter; Ramsnase unerwünscht; breite Stirn; Ganaschenfreiheit; grosse, lebhafte Augen; feine, gut angesetzte Ohren; weite Nüstern
Hals: Genügend lang; gut angesetzt; gewölbt mit gutem Aufsatz bei Hengsten; leichtes Genick
Körper: Stark bemuskelt; deutlich geschwungener Rücken; melonenförmige Kruppe mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem Schweif; breite Brust; schräge, lange Schulter; grosse Gurtentiefe und gute Rippenwölbung; aufgerichtete Haltung
Fundament: Kräftig und trocken; kurze, ovale Röhren; markante Gelenke; mittellang gefesselt; gut geformte, runde, feste Hufe; seidige Kötenhaare sind erwünscht
Bewegung: Raumgreifend; elastisch frei aus der Schulter mit grosser Aktion; energischer Antritt und Schub aus der Hinterhand; guter Takt
Verwendung: Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Welsh Cob durch seinen Mut, seine Leichtrittigkeit und seine Ausdauer zu einem Familien- und Freizeitpferd mit den Schwerpunkten Erwachsenenpferd und Fahrsport entwickelt. Häufig wird er als "das beste Reit- und Fahrpferd der Welt" beschrieben.
Besonderes: Stark, muskulös, unempfindlich; anspruchslos in Haltung und Umgang; vielseitig, leistungsbereit, geschickt, gutwillig und mutig

Download des Standards

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Zuchtbuchführung.